Artenreiche Wiesen spielen mit ihren Futterpflanzen und Nistmöglichkeiten als Lebensraum für Insekten eine Schlüsselfunktion und fördern auf diesem Wege auch das Vorkommen weiterer Artengruppen, wie Vögel und Fledermäuse. Im Bergischen Land diskutieren Untere Naturschutzbehörden und Biologische Stationen daher Handlungskonzepte zur Wiederanreicherung stark verarmter Offenlandflächen, in Anlehnung an die Empfehlungen der Biodiversitätsstrategie für Nordrhein-Westfalen. Aktuell sind für solche Vorhaben jedoch keine ausreichenden Mengen an standortgerechtem Saatgut von bergischen Wildkrautarten vorhanden. Dabei ist die Verwendung solch regionalen Saatgutes seit 2020 bei Ansaaten in der freien Landschaft sogar verpflichtend, was den derzeitigen Engpass noch verschärft.
Der Lösung dieses Problems widmete sich zwischen 2018 und 2023 das durch den Landschaftsverband Rheinland (LVR) geförderte Projekt „Bergisches Saatgut für Bergische Vielfalt“. Unter der Federführung der Biologischen Station Mittlere Wupper und in Zusammenarbeit mit den Biologischen Stationen Rhein-Berg, Oberberg und Haus Bürgel sowie dem Naturpark Bergisches Land wurden in Kooperation mit Landwirten der Region Saatgut von Wildpflanzenarten des Bergischen Landes gewonnen, vermehrt und für den Vertrieb aufbereitet.
Anfang 2024 waren schließlich die ersten 100 kg Regiosaatgut aus dem Bergischen Land produziert, die nunmehr über die LVR-Regiosaatgutförderung für die Anreicherung von artenarmem Grünland zur Verfügung stehen. Der Anbau konnte aber noch nicht verstetigt werden und es werden weiterhin dringend Anbauer, vor allem Landwirte, gesucht.
Dank einer weiteren Förderung vom LVR und der Kofinanzierung durch die NRW-Stiftung wird seit 2025 im Rahmen des neuen, noch breiter aufgestellten Kooperationsprojektes „Regiosaatgut in Eifel und Bergischem Land“ für drei weitere Jahre daran gearbeitet, den Anbau von Regiosaatgut langfristig zu sichern. Am Projekt beteiligt sind nunmehr acht Biologische Stationen und zwei Naturparke für das Bergische Land und die Eifel. Die Federführung des Projektes liegt bei der Biologischen Station Düren.










